Vereinsausflug 2003 nach Görlitz

Am 20. September hatten wir unseren Ausflug geplant - und die Vorzeichen standen wirklich gut. Der Wetterbericht hatte - kurz vor dem Herbstanfang - strahlenden Sonnenschein und 30(!) Grad vorausgesagt, über 30 Teilnehmer hatten sich angesagt. - Was will man mehr?

Alle trafen sich dann auch pünktlich um 7:45 Uhr in der Bahnhofshalle Dresden-Neustadt und pünktlich 8:01 Uhr begann die Fahrt mit dem Regionalexpress in die östlichste Stadt Deutschlands. Die Ankunft in der über 930 Jahre alten Stadt verzögerte sich ein wenig, aber Angela Lentföhr - als Görlitzerin diesmal für viele Programmpunkte verantwortlich - hatte gewartet und startete dann mit uns zur Fahrt mit der Straßenbahn zu unserem Treffpunkt am Obermarkt. Hier empfing uns wieder ein leckeres Frühstück - vielen Dank an Frau Hennig, Fam. Wagner und vielleicht hier nicht genannte Heinzelmännchen - zur ersten Stärkung.

10:30 Uhr trafen wir uns mit unserer Stadtführerin, der ihr Görlitz wirklich sehr am Herzen lag, zu einem sehr informativen Gang durch die Altstadt. Zuerst wurden uns die Feinheiten der Zuordnung von Niederschlesien und Oberlausitz erläutert und wir erfuhren, dass es hier - da die Stadt nie in Kriegen zerstört wurde - rund 4000 Denkmale gibt, die alle nur 10 Minuten zu besichtigen, 28 Tage in Anspruch nehmen würde. Ganz so viel Zeit hatten wir nicht. Aber wir sahen die Stadttürme, das beeindruckende Rathaus und die anderen historischen Bauwerke am Untermarkt, flüsterten am Flüsterbogen, hörten von anonymen Millionenspendern, bekamen erklärt, was es mit Schlitzohren auf sich hat und auch warum Schuster bei ihren Leisten bleiben sollen, wissen wir jetzt. Dass Görlitz - im Herzen Europas am Schnittpunkt zweier wichtiger Handelsstraßen gelegen - einmal die reichste Stadt Deutschlands war, konnten wir uns vorstellen und wir glauben jetzt auch, dass das frühere Gesetz, dass jeder Händler mindestens drei Tage in der Stadt bleiben musste, auch für heutige Touristen Anwendung finden sollte, wollten Sie nur einen Bruchteil der vielen Sehenswürdigkeiten erkunden.

So vergingen die fast zwei Stunden wie im Flug und wir hatten uns Appetit geholt für das Mittagessen im historischen Wirtshaus “Vierradenmühle”, der östlichsten Gaststätte Deutschlands. Wir saßen bei dem herrlichen Wetter zum Glück im Freien und ließen uns die leckeren Oberlausitzer Spezialitäten schmecken.

Nach einem kleinen Spaziergang besuchten wir 14:00 Uhr die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften. Wir hörten von einer freundlichen Bibliothekarin viel Wissenswertes von dieser 1779 durch die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften gegründeten Einrichtung, die mit ihrer Triumphstraße der Wissenschaft - einer Anordnung von über 200 Jahre alten Holzbogenregalen voll alter Bücher - auch heute noch sehr beeindruckend ist und von Lesern aus der ganzen Welt für ihre Forschungen genutzt wird. Und wenn etwas auf keine Kuhhaut geht, dann wissen wir jetzt, warum das so ist.

Schon etwas geschwächt von all den Eindrücken freuten wir uns auf Kaffee und Kuchen im Café Freudenberg, dem - wieder ein Superlativ - größten Kaffee Sachsens. Wir wurden nicht enttäuscht und ließen es uns schmecken. So gestärkt machten wir noch das obligatorische Gruppenfoto und uns danach auf den Heimweg.

Es war wieder ein schöner Tag. Keiner hat wohl sein Kommen bereut und mancher beschlossen, noch einmal nach Görlitz zu kommen, um weiteres zu entdecken.

Unser Dank gilt wieder den Organisatoren, die alles perfekt vorbereitet hatten - sogar die versprochenen 30 Grad wurden erreicht.