27. Ostdeutsche Meisterschaften 2018 in Görlitz

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Im letzten Beitrag schrieb ich von meiner Hoffnung auf einen frühlingshaften Aufenthalt in Görlitz, wo in diesem Jahr unser Verein die ostdeutschen Schreiber versammelte, um die Besten zu küren. Ich muss sagen: Alle Wünsche gehen eben nicht in Erfüllung!

Am Freitag begannen die Temperaturen in den Keller zu stürzen und - ich gebe es zu - mit ihnen unsere Laune, vor allem die derjenigen Autofahrer, die dann in den späten Stunden des Tages mit Schnee und Unfällen auf der Autobahn zu kämpfen hatten, als sie auf dem Weg in Deutschlands östliche Stadt waren. Ich war froh, wenigstens noch einen dicken Pullover eingepackt zu haben. Aber da der Wind um die Ecken pfiff, verhinderte auch der nicht, dass ich bei einem ersten Fotospaziergang durch die an Motiven eigentlich reiche Stadt die Lust an den Bilder verlor, weil ich fror wie der sprichwörtliche Schneider. Aber spätestens beim abendlichen Zusammentreffen im “Altstadthaus” des Hotels “Italia” war Gelegenheit, aufzutauen und sich über das Wiedersehen zu freuen.

Am Sonnabendmorgen gab es - drei Tage vor Frühlingsanfang - eine geschlossene Schneedecke, aber unsere Vorsitzende hatte bei ihrer Organisation für kurze Wege gesorgt, sodass alle die wenigen Meter bis zum Wettkampfort unfallfrei hinter sich brachten. Eine Ausnahme davon war leider eine Wettschreiberin vom Auer Verein, deren geplante morgendliche Anreise durch ein auffahrendes Auto jäh unterbrochen wurde. Wenigstens war es nur Blech, das dabei zu Schaden kam.

Die Volkshochschule Görlitz feiert in diesem Jahr 100. Geburtstag. In den Reigen der Veranstaltungen aus diesem Anlass passte unsere Meisterschaft gut, sodass wir hier freundliche Aufnahme fanden. Die Schirmherrschaft hatte Herr Octavian Ursu übernommen, der als Mitglied des Sächsischen Landtages einige unserer Teilnehmer regelmäßig in Aktion erleben kann und für deren Arbeit anerkennende Worte fand. Da er Mitglied im Vorstand der Volkshochschule ist, war es ihm auch in dieser Funktion Herzensache, allen Teilnehmern beste Ergebnisse und schöne Tage in der Europastadt, die Görlitz seit 1998 mit dem polnischen Zgorzelec bildet, zu wünschen.

So motiviert konnten wir unsere Aufgaben in Angriff nehmen. Der Text für die stenografischen Meisterschreiber war sehr gut, sodass Sabine Michaelis bis zum Ende der achten Minute ansagen “durfte”. Vielen Dank dafür. Auch bei den Computerschreibern lief alles glatt über die Bühne. Fürs leibliche Wohl war dank der hervorragenden Vorbereitung und fleißiger Helfer ebenfalls bestens gesorgt.

Den winterlichen Straßenverhältnissen war es dann geschuldet, dass wir die Rundfahrt mit dem “Stadtschleicher” nicht mit dem kleinen, sondern im großen Bus durchgeführt haben. Dessen Fahrer brachte uns aber artistisch durch alle kleinen Gassen, sodass wir auch so wohl die meisten der Sehenswürdigkeiten bewundern konnten, wobei wir natürlich nicht alle 4000(!) Baudenkmale gesehen haben. Gut genutzt wurde dann das Angebot im Besucherzentrum der Landskronbrauerei, wo wir eine kurze Pause einlegten.

Zum Abendessen und der anschließenden Siegerehrung trafen wir uns später in der Gaststätte “Zum Nachtschmied”, wo uns die Herkunft des Namens in dunkler Stunde dargestellt wurde. Die Ergebnisse konnten dann aber im hellen Glanz erstrahlen, da wirklich gute Leistungen zu verkünden waren. Unser Verein konnte vier Siegerpokale mit nach Hause nehmen, was uns natürlich freute. Zum Schluss gehörte aber der wohl größte Beifall des Abends unserer Margret Hennig, die diese Veranstaltung fast im Alleingang so mustergültig vorbereitet hatte, dass alle zwar den Wintereinbruch nicht vergessen, aber auch an einen gelungenen Wettbewerb zurückdenken werden.

Die Ergebnisliste wird sicher in den nächsten Tagen auf der Seite unseres Verbandes veröffentlicht werden.