Besichtigung Kulturpalast

Genau ein Tag fehlte zum 49. Geburtstag des Hauses, das wir uns in diesem Jahr aus Anlass der jährlichen Stadterkundung ausgesucht hatten. Der Kulturpalast ist nämlich am 7. Oktober 1969 - als gelernte DDR-Bürger verbinden wir damit natürlich immer noch den 20. Republikgeburtstag - eröffnet worden. Nachdem er viele Jahre im Kulturleben der damaligen Bezirks- und heutigen Landeshauptstadt eine besondere Rolle gespielt hat, begannen im Oktober 2013 umfassende Umbauarbeiten, die im April 2017 beendet wurden und deren Ergebnis wir uns nun einmal näher erläutern lassen wollten.

Dafür trafen wir uns bei strahlendem Sonnenschein pünktlich 13 Uhr vor dem “Kulti”. Die Führung übernahm Herr Hoch von Hochtouren Dresden. Er erläuterte uns detailgenau die interessante Geschichte des Hauses. Die Architekturvorschläge für den Neubau wurden damals noch in Moskau zur Bestätigung vorgelegt, und es ist wohl den in der Geschichte des Sozialismus immer mal stattgefundenen jähen Wendungen zu verdanken, dass es kein Bau im stalinistischen Zuckerbäckerstil mit hohen Türmen wurde, sondern ein modernes Gebäude, dass sich auch heute noch harmonisch ins Stadtbild einfügt, seit 2008 unter Denkmalsschutz steht und dessen innerhalb und außerhalb angebrachten Kunstwerke noch immer vom Geschmack der damaligen Zeit künden.

Der Umbau war nicht unumstritten, denn dessen Ziel, einen Konzertsaal für die Dresdner Philharmonie zu schaffen, stand im Widerspruch zur bis dahin erfolgten Nutzung als multifunktionaler Veranstaltungssaal für über 2400 Besucher. Letztlich wurde dann aber doch der Schaffung einer neuen Heimstatt für das Orchester der Vorrang gegeben, und wir konnten uns davon überzeugen, dass ein wirklich beeindruckender Saal entstanden ist, der den nun bis zu 1800 Besuchern ein perfektes Konzerterlebnis ermöglicht. Aber natürlich ist auch die sogenannte leichte Muse immer noch mit vielen Veranstaltungen im Haus vertreten.

Außerdem hat die Städtische Bibliothek nun ebenfalls ein modernes Domizil gefunden, das wir dann besichtigt haben. Nur das auch neu ins Haus gezogene Kabarett Herkuleskeule gab leider keine Sonderveranstaltung für uns.

Die für die Führung veranschlagte Stunde verging jedenfalls viel zu schnell. Aber da das Haus ja für alle Dresdner und ihre Gäste fast immer offen steht, wird sicher der eine oder andere von uns die Gelegenheit nutzen, eines der vielen Angebote später einmal wahrzunehmen.

Den Abschluss bildeten dann traditionsgemäß Kaffee, Kuchen oder Eisbecher, dieses Mal im Café Viba schräg gegenüber am Altmarkt.

Wir danken unserer Vorsitzenden für die wie immer perfekte Organisation dieses schönen Nachmittags, der uns wieder etwas wissender gemacht hat.