Vereinsausflug 2017 nach Seiffen und Neuhausen

Mitunter steht man vor Problemen, die wie eine Nuss schwer zu knacken sind. An dieser oder jener Nuss hat mancher sich schon die Zähne ausgebissen. Aber es gibt auch Profis, die wie dafür gemacht sind. - Und zu denen sollte uns am 17. Juni unser Vereinsausflug führen. Aber vorher wollten wir sehen, wie die Altvorderen im Erzgebirge lebten und was es mit der dort beheimateten Schnitzkunst auf sich hat.

Unsere Vorsitzende hatte wie immer alles bestens geplant. So stand der Bus der Firma Kaute pünktlich bereit. Das Ziel lautete Seiffen im schönen Erzgebirge. Damit uns auf der Fahrt nicht die Kräfte verließen, hatte Margret für jeden ein kleines Frühstücksbeutelchen gepackt, und für die geistige Vorbereitung wurde allerlei Literatur im Bus herumgreicht. Allerdings hatte Petrus bei seiner Terminplanung wohl ein paar Schwierigkeiten gehabt und uns zum Morgen viele Wolken, Wind und deutlich gesunkene Temperaturen beschert. Da fröstelten nach den warmen Tagen der vergangenen Woche doch einige, als wir am ersten Programmpunkt, dem Freilichtmuseum ausstiegen. Hier konnten wir in viele alte Häuser hineinspazieren, die ursprünglich in der näheren oder weiteren Umgebung standen und hier wieder originalgetreu aufgebaut wurden. Darin war die Zeit stehen geblieben und wir sahen, wie früher auf engstem Raum gelebt und gearbeitet wurde. Ein Höhepunkt war die Besichtigung der Reifendreherei, wo uns diese Spezialität der Region vorgeführt wurde, mit der das Fertigen vieler gleichartiger Figuren aus nassem Fichtenholz auf rationelle Weise möglich ist. Als Antrieb dient hier - wenigstens noch teilweise - eine Wasserkraftanlage.

Nach diesen ersten Eindrücken ging’s in den gleich daneben gelegenen Landgasthof zu Heidelberg, wo wir zu Mittag aßen. Bevor wir von dort starteten, haben wir es sogar wieder einmal geschafft, ein Gruppenfoto aller Mitgereisten zu schießen.

Um die zur Schnitzkunst erworbenen Informationen zu vertiefen, stand nun der Besuch des erzgebirgischen Spielzeugmuseums auf der Tagesordnung, wo in drei Etagen vieles über das Spielzeug aus Holz in Vergangenheit und Gegenwart, aber zum Beispiel auch über die Ausbildung der Künstler gezeigt wurde.

Nach so vielen neuen Eindrücken tat ein kurzer Zwischenstopp zu Kaffee und Kuchen im Café Spielzeugschachtel gut, bevor wir dann nach Neuhausen weiterfuhren, um im dortigen Nussknackermuseum den Mann kennenzulernen, dessen Sammelleidenschaft zur Grundlage dieser einmaligen Aufreihung von über 5000 Nussknackern führte. Darunter sind ein nur 4,9 mm kleines, aber auch das mit 10,10 m weltgrößte funktionsfähige Exemplar, das sogar vor Kokosnüssen nicht zurückschreckt. Zusätzlich konnte man auch noch eine stillgelegte Stuhlfabrik besichtigen, einem Mann beim Klöppeln über die Schultern schauen und zu jeder vollen Stunde die große Spieldose in Aktion erleben, natürlich zur Musik von Tschaikowskis Nussknackerballett. Zum Abschluss machten wir davor auch noch ein Foto, und als Abschiedsgruß riss der weltgrößte pneumatisch betriebene Nussknacker (5,87 m hoch) für uns einmal seinen Mund auf. Eine Nuss hatte allerdings nicht einmal Margret dabei, die uns aber ansonsten wieder einen perfekt organisierten und unterhaltsamen Tag beschert hatte, wofür ihr im Namen aller Teilnehmer herzlich gedankt sei. Auch Petrus hatte dann noch sein Bestes gegeben und die Temperaturen wieder steigen lassen.