Wenn man in einem Hotel an die Rezeption kommt und - ohne sich auszuweisen - gleich mit seinem Namen angesprochen wird, ist man entweder sehr berühmt oder ein gern gesehener Stammgast. Letzteren Status haben wir inzwischen im Landhotel Rittersgrün erreicht.
Für den harten Kern von uns - und der ist ziemlich groß - fühlt es sich an, wie zu guten Freunden zu reisen. Wir kennen alle Räume, ob Kegelbahn, Sauna oder Kutscherstube, und könnten fast schon von zu Hause aus unsere Lieblingsspeisen für die abendlichen Treffen bestellen, wenn es nicht noch eine Saisonkarte gäbe, die uns möglicherweise noch umschwenken lassen würde.
Auch der Trainingsraum bietet uns immer beste Bedingungen, denn schließlich fahren wir nicht nur zur Erholung ins schöne Erzgebirge.
Fast könnte man glauben, dass es da ein wenig langweilig sein könnte. Aber erstaunlicherweise - die Bilder geben einen kleinen Eindruck - gibt es doch immer wieder Neues zu entdecken.
So wollte es der Zufall, dass am Sonnabend der ökologisch wirtschaftende Landwirtschaftsbetrieb Nestler sein jährliches Hoffest feierte. Dank Fahrservice - vielen Dank, liebe Frau Neubert - verlor der steile Anstieg hoch hinauf seinen Schrecken, und viele von uns wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Man konnte Tiere streicheln, heimische Produkte erwerben, Handwerkern über die Schulter schauen und der Blaskapelle lauschen. Leider hatten wir bei der Tombola kein Glück - so eine Bioweihnachtsgans wäre ein lukrativer Gewinn gewesen!
Damit war es aber noch nicht genug an neuen Eindrücken; denn abends hatte sich der Rittersgrüner Ortsvorsteher, Thomas Welter, wieder zu unserer Runde gesellt, um von den Weihnachtsbräuchen im Ort zu berichten. So wird zum Beispiel die große Pyramide nicht nur im Rahmen eines kleinen Festes am 1. Advent angeschoben, sondern auch an zwei Wochenenden weitergeschoben, um dann im Februar unter allgemeiner Anteilnahme angehalten zu werden, was dann für alle im Ortsteil das Zeichen ist, auch daheim den Lichterzauber zu beenden und die vielen Schwibbögen, Engel, Bergmänner, Nussknacker und Lichterketten wieder zu verpacken.
Selbstverständlich haben wir auch viel gefachsimpelt, wobei in diesem Jahr vor allem die zunehmende Bedeutung der KI im Stenografenleben recht ausführlich diskutiert wurde.
Am Sonntag sind wir mittags nach dem Abschlusstraining wieder in alle Himmelsrichtungen aufgebrochen, aber nicht, ohne einen neuen Termin fürs nächste Jahr (10. - 12. September) zu vereinbaren.