Seit wenigen Jahren ist die künstliche Intelligenz in aller Munde und wird in vielen Bereichen genutzt. Nicht zuletzt lassen wir Stenografen uns inzwischen von ihr gern einmal die Rohfassung eine Rede zu “Papier” bringen.
Aber es ist vielleicht nicht allen bewusst, dass die Wurzeln dieser modernen Technik schon vor einigen Jahrzehnten in die Erde gebracht wurden. Mir fiel das heute wieder auf, als mir beim Kramen in ein paar Fächern die Ausgabe 2 von 1989(!) der “Theorie und Praxis” in die Hände fiel. In dieser wissenschaftlichen Fachzeitschrift für Stenografie, Maschinenschreiben und verwandte Gebiete, die in der DDR von der Gesellschaft für Stenografie und Maschinenschreiben herausgegeben wurden, gab es schon damals die Rubrik “Aktuelle Kürzungen”, in der Meisterschreiber Wörter und Begriffe auflisteten, deren teils sehr unterschiedliche Schreibweisen uns inspirierten. In jener Ausgabe war der 2023 verstorbene Dresdner Dr. Dietrich Lepski für die Auswahl verantwortlich, die - wie man deutlich sieht - von seinem wissenschaftlichen Hintergrund beeinflusst wurde und eben auch den Begriff “künstliche Intelligenz” aufführte.
Eröffnet wurde das Heft übrigens mit dem Grußwort der damaligen Volksbildungsministerin Margot Honecker an die Teilnehmer (damals galt noch das generische Maskulinum) des 38. Interstenokongresses in Dresden, der uns - im Gegensatz zur Ministerin - noch in guter Erinnerung ist.